Ernst-Bloch-Archiv

Das Ernst-Bloch-Archiv wurde von der Stadt Ludwigshafen 1979, zwei Jahre nach Ernst Blochs Tod, mit der Zielsetzung eingerichtet, sämtliche verfügbaren Materialien zu Leben und Werk zu sammeln.

Protagonisten für die Grundlegung der Sammlung waren Prof. Dr. Burghart Schmidt, der langjährige Assistent Ernst Blochs und Mitherausgeber der Gesamtausgabe, und Dr. Karlheinz Weigand, der erste Leiter des Ernst-Bloch-Archivs.

Heutiger Kernbestand des Ernst-Bloch-Archivs sind der private Wohnungsnachlass von Ernst Bloch und Karola Bloch und der wissenschaftliche Nachlass von Ernst Bloch. Diese werden im Archiv bewahrt, erschlossen und für die Bloch-Forschung und -rezeption bereitgestellt. In Kooperation mit Hochschulen, Fachgesellschaften, wissenschaftlichen Instituten und anderen Bildungseinrichtungen werden Impulse zur weiteren Erforschung der Philosophie von Ernst Bloch gegeben.

Der private Nachlass wurde 1994 erworben und enthält das Mobiliar der Tübinger Wohnung, darunter das in der Ausstellung präsentierte Arbeitszimmer und die Privatbibliothek mit 3.600 Bänden. Wissenschaftlich bedeutend ist zudem der Briefnachlass mit rund 9.000 Briefen von und an Ernst bzw. Karola Bloch. Er ist weitgehend in einer Datenbank erschlossen und für die Benutzung zugänglich. Vor allem die Korrespondenzen der Leipziger Zeit sowie Materialien aus der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik sind von hohem Wert für die Forschung.

1998 gelang auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Schule und dem Gründungsdirektor Dr. Klaus Kufeld der Erwerb des wissenschaftlichen Nachlasses und somit die entscheidende Bereicherung des Quellenmaterials im Archiv. Der Nachlass umfasst den gesamten erhaltenen Bestand an Werkmanuskripten von Ernst Bloch, geordnet in 227 Mappen. Er bietet mit seinen Originalhandschriften die Grundlage für textkritische Studien, Textvergleiche oder die Edition bisher unpublizierter Fassungen. Der hohe Anteil an Unveröffentlichtem (etwa 40 – 50 Prozent) macht den Nachlass hierbei zur unentbehrlichen Basis.

Der Bestand enthält Material aus dem ganzen Lebenszeitraum des Philosophen. Es stammt meist aus der Spätzeit in Tübingen. Daneben stehen aber auch Manuskripte aus der Leipziger Zeit, aus dem USA-Exil und sogar aus den Zwanziger Jahren. Das älteste datiert 1912 ("Entwurf der Naturphilosophie"). Es finden sich die unterschiedlichsten Entwicklungsstufen: Notizzettel, Ausarbeitungen bis zu Kapitel-Länge und schließlich komplette maschinenschriftliche Druckvorlagen.
Nach Blochs Tod erfolgte die Ordnung des Nachlasses in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten dreijährigen Erschließungsprojekt (1978 – 1981) durch Dr. Hanna Gekle, einer Bloch-Schülerin. Die Erschließung erfolgte im Rahmen einer Projektförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft in den Jahren 1997/98.

Die Bestände des Ernst-Bloch-Archivs wurden vom rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerium als "national wertvolles Archivgut" eingestuft

Die Nutzung des Bloch-Archivs steht Wissenschaftlern und Privatpersonen frei. Der Archivbestand kann vor Ort eingesehen werden. Eine Anmeldung beim Archivleiter Dr. Frank Degler (frank.degler(a)ludwigshafen.de) ist erforderlich.

Das Bloch-Archiv ist zu den Geschäftszeiten des Ernst-Bloch-Zentrums
Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.30 Uhr bis 16.00 sowie Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr sowie nach Vereinbarung nutzbar.