Naturallianz und Mitproduktivität der Natur

Ernst Blochs Naturphilosophie – ein Beitrag zur Bewältigung der globalen Umwelt- und Klimakrise?

Jahrestagung der Ernst-Bloch-Gesellschaft
in Zusammenarbeit mit dem Ernst-Bloch-Zentrum

13. und 14. Mai | jeweils 9.30 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Tagungsprogramm: 13. Mai | 14. Mai

Die Tagung ist dem Gedenken an den verstorbenen Burghart Schmidt gewidmet.


Die inzwischen durch den Klimawandel ausgelösten unübersehbaren, vielfältigen Umweltschäden können nicht länger ignoriert werden. Sie zwingen sowohl die Menschen und als auch ihre staatlichen Einrichtungen zum sozial-ökologischen Handeln, um Mensch und Natur vor dem drohenden, menschengemachten Untergang zu bewahren. Diese globalen Probleme sind erst spät ins Bewusstsein getreten, aber reichen weit zurück in die Geschichte unserer Gesellschaftsordnung. Zu denen, die das frühzeitig erkannt haben, zählt Ernst Bloch.

Bereits in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat er die im Gang befindliche Umwelt- und Klimakrise als Folge eines bestimmten, durch die Entwicklung und Anwendung der modernen Naturwissenschaften entstanden Verhältnisses von Mensch und Natur gedeutet, nach dem dieser in jene gleich „einer fremden Besatzungsarmee“ eindringt und die Rolle als „Ausbeuter“ und „Tierbändiger“ gegenüber der Natur einnimmt. Die Umkehrung der Klimakrise und der damit verbundenen Umweltzerstörung wird entsprechend einen Wandel des Denkens des Menschen über seine innere und die äußere Natur zur Voraussetzung haben müssen. Menschengerechtes Verhalten ist nur möglich, wenn es auch ein der Natur gerecht werdendes Verhalten ist.

Um die vielfältigen Implikationen der Blochschen Naturphilosophie und ihre Bedeutung für seine politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und technischen Utopien auszuleuchten, konnten für die Tagung Bloch-Forscher*innen als Vortragende aus ganz Europa gewonnen werden. Aber Bloch ging es nie nur um die Frage der Theorie, sondern immer auch um eine Theorie, die eine verändernde Praxis für eine bessere Gesellschaft ermöglichen soll. Aus diesem Grund tritt die Blochsche Philosophie am Ende des zweiten Tages in einen Dialog mit engagierten Vertreter*innen der jüngeren Generation ein. Geplant ist ein offenes Diskussionsforum mit Vertretern*innen von Fridays for Future, mit der Fragestellung, inwieweit die Blochsche Naturphilosophie für eine ethisch, politisch-normative und auch ästhetische Perspektive fruchtbar gemacht werden könnte.

Musikalische Interventionen auf der Violine bietet Frau Anne Sommer-Bloch, Schwiegertochter von Ernst Bloch.


Hinweise:

Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich für alle Interessierten. Es wird kein Tagungsbeitrag erhoben. Für Tagungsgetränke wird ein Solidaritätsbeitrag in Höhe von 15 Euro erhoben.

Vorherige Anmeldung wird erbeten unter anmeldung@bloch.de, oder 0621-504-2202.

Die Veranstaltung findet am 13. und 14. Mai im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen, Walzmühlstr. 63 statt. Einlass ist jeweils um 9.30 Uhr und Ende jeweils um 18 Uhr.

Am 13. Mai findet zudem als Rahmenprogramm um 19.30 Uhr eine Lesung mit der chilenischen Autorin Leonor Quinteros Ochoa statt. Sie liest aus ihrem Buch Exilkind.

Die Veranstaltung wird finanziell gefördert von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. (ALG). Die Stiftung Ernst-Bloch-Zentrum unterstützt die Veranstaltung ebenfalls.