Neuer Bloch-Almanach 34/2017 erschienen

Der neue Bloch-Almanach des Ernst-Bloch-Zentrums der Stadt Ludwigshafen ist erschienen und wurde auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Das teilt der Herausgeber und Leiter des Ernst-Bloch-Zentrums, Klaus Kufeld, mit. In aufgefrischter, zeitgemäßer Aufmachung erscheint der Bloch-Almanach nunmehr zweijährig im Aisthesis Verlag.

In der 34. Folge des Almanachs sind die Reden zum Ernst-Bloch-Preis 2015 dokumentiert: die Hauptpreisrede von Axel Honneth (Frankfurt am Main/New York) über "Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten", die Laudatio von Eva Illouz (Jerusalem) sowie die Rede "Dank der Unfertigkeit der Welt" der Förderpreisträgerin Ann Cotten (Wien).

Auch 100 Jahre Oktoberrevolution ist für den Almanach Anlass für Bloch-Beiträge. Der Sozialphilosoph Oskar Negt (Hannover) beschreibt Ernst Bloch als "deutschen Philosophen der Oktoberrevolution". Negt beschäftigt sich mit Blochs fehlerhafter Einschätzung der Auswirkungen der Oktoberrevolution, würdigt aber seine "überragende persönliche Integrität Blochs", verbunden mit dem Respekt vor seinem Gesamtwerk. Noch heute sei Blochs Philosophie geeignet, "neue Dogmatisierungen aufzubrechen, und einen Weg zu zeigen, wie Philosophie überleben kann, ohne auf ihre politische Wirksamkeit zu verzichten."

Klaus J. Becker (Ludwigshafen am Rhein) behandelt mit der Rigaer Räterepublik 1919 ein kaum beachtetes, umso wichtigeres Thema, nämlich den Einfluss des deutschen Marxismus auf die lettische Arbeiterbewegung.

Es folgt eine Reihe von Essays zu Blochs Denken. Burghart Schmidt (Wien) schreibt über den subtilen Vorrang des Ästhetischen vor der Ethik und dem Recht. Mit dem "Impuls Nietzsche" sei für Bloch "die Welt nur ästhetisch zu rechtfertigen", aber auch mit Schellings Ansatz werde die Kunst das Organon des Philosophierens." Drei neuere Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern beschäftigen sich intensiv mit Bloch. Malte Brörmann (Jena) geht auf das Verhältnis von Wirklichkeit und Möglichkeit ein, Daniel Bella (Frankfurt am Main) beschreibt die Funktionsmechanismen der Blochschen Philosophie, Julian Volz (Frankfurt am Main) behandelt das Verhältnis zwischen Ernst Bloch und Hugo Ball. Klaus Kufeld (Ludwigshafen am Rhein) schreibt über die "Utopiefähigkeit des Christentums", über Hoffen ohne Glauben, ohne Gott verleugnen zu müssen. Am Beispiel des Christentums wird das Selbstverständnis der Religionen im globalen Zeitalter hinterfragt.

Auch zur Bloch-Forschung gibt es aktuelle Arbeiten. Johann Kreuzer (Oldenburg) klärt die Frage, ob und inwieweit Blochs Denken sich eignet, die eigene Zeit in Gedanken zu erfassen, und er plädiert für eine kommentierte Studienausgabe. Patrizia Cipolletta (Rom) berichtet über Blochs Rezeption in Italien. Nathaniel Barron (Lancashire) forscht zu Bloch als Sprachphilosoph. Johan Siebers (London) untersucht Blochs umfangreiche Randbemerkungen zur Vorrede von Hegels Phänomenologie des Geistes, wie Bloch denkt und arbeitet. Der Almanach veranschaulicht dies mit dem Abdruck von Faksimiles.

Der neue Bloch-Almanach, herausgegeben von Klaus Kufeld, kostet 29,80 Euro und ist über den Buchhandel oder – auch als Abonnement – über Aisthesis (info@aisthesis.de) zu beziehen (ISBN 978-3-8498-1255-3). Noch bis 31. Oktober gilt der Subskriptionspreis von 25 Euro.
Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.bloch.de