Vortrag von Dr. Christa Müller zu "Urbanen Do-it-Yourself-Kulturen" und Kuratorenführung durch die Ausstellung "Helden der Stadt"

Im Rahmen der Sonderausstellung "Helden der Stadt" im Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63, Ludwigshafen am Rhein, hält die Stadtsoziologin Dr. Christa Müller am Donnerstag, 9. Juli 2015, um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema "Urbane Do-it-Yourself-Kulturen". Zuvor, um 18 Uhr, führt Kuratorin Theresia Kiefer vom Wilhelm-Hack-Museum durch die Ausstellung. Der Eintritt ist frei.

Dr. Christa Müller ist Stadtsoziologin und forscht seit vielen Jahren zu nachhaltigen Lebensstilen und postmateriellen Wohlstandsmodellen. Sie hat Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen und Gutachtertätigkeiten inne, unter anderem für das Bundesforschungsministerium. Zudem ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der "anstiftung".

Ausgehend von dem Thema der Ausstellung "Helden der Stadt" hält Dr. Christa Müller im Ernst-Bloch-Zentrum einen Vortrag zu urbanen Do-it-Yourself-Kulturen. Thematisiert werden neben Urban Gardening weitere moderne Subsistenzpraktiken sowie urbane Phänomene wie etwa Urban Knitting, Repair-Cafés und Tausch-Events. Der Vortrag nimmt eine zeitdiagnostische Ein-ordnung des Do-it-Yourself vor und zeigt gesellschaftliche Be-züge und Sinnhorizonte auf, in denen die Aktivitäten gelesen werden können. In den Experimentierräumen der Großstädte hat die Suche nach geeigneten Formen des Umgangs mit Problemlagen begonnen, auf die Markt und Staat nicht (mehr) antworten. Dabei entstehen neue, commonsbasierte Räume und mit ihnen ein grundlegend verändertes Verständnis von Urbanität, kooperative Naturverhältnisse, eine Care- und Share-Economy, die Öffnung von Design und Schaltplänen, das Hacken von Dingen und Räumen, die Schaffung von Allmenden und die Wiederentdeckung der Commons.

Vor dem Vortrag, um 18 Uhr, haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die Ausstellung "Helden der Stadt" mit einer Führung der Kuratorin Theresia Kiefer zu besuchen. Die Ausstellung zeigt mittels Fotografien, Filmen, Projektionen und Objekten konkrete Beispiele zu urbanen Alltagsphänomenen sowie Räumen und Netzwerken des Do-it-Yourself wie etwa Urban Gardening, Repair-Cafés, Urban Knitting, Do-it-Yourself-Möbel/Design, Stadtbienenzucht, Teil- und Tauschevents sowie temporäre Begegnungsorte. Die Fotografien zeigen zahlreiche Beispiele aus der Region, darunter urbane Gärten in Ludwigshafen, umstrickte Objekte in Mannheim und ein Repair-Café in Speyer, sowie aus anderen Städten wie Berlin, Hamburg und München. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juli 2015 zu sehen.