Diskussionsveranstaltung "Mut zur Utopie" mit Sahra Wagenknecht und Heiner Geißler

Dr. Sahra Wagenknecht und Dr. Heiner Geißler diskutieren am Donnerstag, 18. Juni 2015, um 19 Uhr unter dem Titel "Mut zur Utopie" über das utopische Potenzial von Wirtschaft und Gesellschaft unserer Zeit. Die Veranstaltung im Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63, wird moderiert von Kathrin Senger-Schäfer. Der Eintritt beträgt 8 Euro und ermäßigt 4 Euro. Wegen der bereits hohen Zahl an Anmeldungen können keine Reservierungen mehr entgegengenommen werden, ein kleines Kartenkontingent wird es an der Abendkasse geben. Einlass ist ab 18 Uhr.

Die Wirtschafts- und Finanzwelt steckt weltweit in einer tiefen Krise. In der globalisierende Welt, im digitalen Zeitalter scheint nichts zu bleiben, wie es war: Rasanter Fortschritt einerseits, Stagnation, Armut und Kriege andererseits. Diese umfassende Krise spüren wir im immer größer werdenden Unterschied zwischen Arm und Reich, im Klimawandel. Wir sehen sie täglich bei Hunger- und Gesundheitskatastrophen, bei Kriegen, im Arbeits-leben. Von Kapital und Wirtschaft getriebene Politiker nennen ihre Haltung "alternativlos", wenn es um Bewältigungsstrategien geht, die nicht auf dem Wachstumsimperativ beruhen. "Denken aber heißt überschreiten", sagte Ernst Bloch. Und in Krisen steckt demnach auch das Moment einer Wende: das utopische Potenzial der Neuorientierung. Utopie nimmt das Gegebene nicht als selbstverständlich hin, sie fragt nach den Chancen eines glücklicheren und besseren Lebens. Ist das möglich? Welches könnten die konkreten Utopien unserer heutigen Zeit sein?

Gibt es Alternativen? Diesen Fragen, die auch in all den mittlerweile wieder aufgenommenen Utopiedebatten in der Politik und der Kultur einen wichtigen Platz einnehmen, soll in dieser Veranstaltung etwas Substanz gegeben werden. Darüber diskutieren Dr. Sahra Wagenknecht und Dr. Heiner Geißler.

Dr. Heiner Geißler studierte Philosophie und Rechtswissenschaften in München und Tübingen. In seiner langjährigen politischen Laufbahn hatte er Ministerämter sowohl in der Landesregierung Rheinland-Pfalz, wie auch in der Bundesregierung inne. Für seine Arbeit wurde ihm neben dem Bundesverdienstkreuz und dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg zuletzt 2011 der Hermann Ehlers Preis verliehen. Der Kapitalismus-Kritiker referiert des Öfteren über politisch-philosophische Themen und diskutiert dabei sowohl politische, wie auch gesellschaftliche Missstände.

Dr. Sahra Wagenknecht, erste Stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur in Jena, Berlin und Groningen. 2012 pro-movierte sie in Wirtschaftswissenschaft mit einer Arbeit zum Thema "The Limits of Choice. Saving Decisions and Basic Needs in Developed Countries". 2013 erschien ihr viel gelobtes Buch "Freiheit statt Kapitalismus", in dem sie für einen "kreativen Sozialismus" plädiert und ihre gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Grundlinien aufzeigt.