"Talk bei Bloch. Live.": "Ich klicke, also bin ich?" mit Oskar Negt und Eduard Kaeser

Der Start des neuen Themas "Vom Homo Sapiens zum Homo digitalis" des Formats "Talk bei Bloch. Live." beginnt am Dienstag, 9. Dezember 2014. Als Auftakt der Reihe diskutieren der Sozialphilosoph Oskar Negt und der Schweizer Publizist Eduard Kaeser über das Bild des Menschen in der digitalen Welt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Ernst-Bloch-Zentrum, Ludwigshafen, Walzmühlstraße 63.

"Talk bei Bloch. Live." greift mit der digitalen Welt ein Thema auf, das im Ernst-Bloch-Zentrum bereits am 21. November im Fokus stand. Damals hielt Sascha Lobo die zweite Zukunftsrede. Er stellte sich vor dem Hintergrund des von Edward Snowden enthüllten Internetüberwachungsskandals der Frage "Was heißt Freiheit im digitalen Zeitalter?".

Am 9. Dezember soll nun das Menschenbild im digitalen Zeitalter diskutiert werden. Es geht um die Folgen der neuen Technologien für unsere Persönlichkeit und unseren Charakter und die Auswirkung von "Big Data" auf den Menschen und seine Verhaltensweisen. Letztlich stellt sich die Frage, ob eine fruchtbare Symbiose mit unseren Geräten möglich ist oder ob wir uns selbst entmündigen.

Oskar Negt studierte an der Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt Soziologie und Philosophie bei Theodor W. Adorno und Max Horkheimer. Bei Adorno promovierte er im Jahre 1962 mit einer vergleichenden Arbeit über die Gesellschaftslehren von Comte und Hegel. Zwischen der Promotion und seiner Berufung als Professor für Soziologie in Hannover war er als Assistent von Jürgen Habermas tätig.

Negt ist der Autor zahlreicher Werke wie "Soziologische Phantasie und exemplarisches Lernen", "Arbeit und menschliche Würde" und zuletzt "Philosophie des aufrechten Gangs: Streitschrift für eine neue Schule". Besonders bekannt wurde er für das 1981 zusammen mit Alexander Kluge verfasste Werk "Geschichte und Eigensinn". Neben seiner theoretischen Arbeit ist Negt für sein gewerkschaftliches und politisches Engagement bekannt und war einer der Mitbegründer der reformpädagogischen Glocksee-Schule in Hannover.

Eduard Kaeser studierte an der Universität Bern theoretische Physik und promovierte 1984 in Philosophie. Er war als Gymnasiallehrer und Jazz-Musiker tätig und ist heute freier Publizist. Kaeser veröffentlicht unter anderem in Die Zeit, in der Neuen Zürcher Zeitung und in der Wochenzeitung. Zudem schrieb er mehrere Bücher und Aufsatzsammlungen zu dem Verhältnis von Mensch und Maschine, zuletzt "Trost der Langeweile. Die Entdeckung menschlicher Lebensformen in digitalen Welten".

Die Diskussion zwischen Negt und Kaeser ist der Auftakt zur neuen "Talk bei Bloch. Live. "-Reihe "Vom Homo Sapiens zum Homo digitalis". Von Dezember 2014 bis zum Frühjahr 2015 kommen Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und Denker zusammen, um über die Probleme sowie die Zukunft des digitalen Zeitalters zu diskutieren. Die erste Veranstaltung widmet sich dem Thema Menschenbild. Die zweite Diskussion, an der der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum, die Netzaktivistin Anne Roth und der Journalist Ranga Yogeshwar teilnehmen werden, widmet sich am 5. Februar dem Thema der Internetüberwachung und der Gefahr eines globalen Überwachungsstaats. Den Abschluss bildet eine Diskussion am 26. März zwischen Professor Peter Vorderer von der Universität Mannheim, Birgit Kimmel von der Initiative klicksafe.de und dem Journalisten Roland Preuß von der Süddeutschen Zeitung zur digitalen Bildung.

Alle Veranstaltungen der Reihe werden moderiert von Dietrich Brants (SWR).
Unterstützt wird die Talkreihe von der BASF SE, der GAG Ludwigshafen, der Stiftung der ehemaligen Stadtsparkasse Ludwigshafen, TWL Ludwigshafen, der Stiftung Ernst-Bloch-Zentrum und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland Pfalz.
Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro