Vortrag von Roland Paul (Historisches Institut der Pfalz)

Im Vortrag beleuchtet Roland Paul das Schicksal der Russlanddeutschen von den Anfängen der Auswanderung ab 1763 bis zur Rückwanderungsbewegung ihrer Nachfahren ab den 1950er Jahren.

Unter Zarin Katharina II. begann die planmäßig organisierte deutsche Einwanderung nach Russland. Ein Manifest vom Juni 1763 forderte bereits zum zweiten Mal zur Emigration nach Russland auf und sicherte den Zugewanderten Privilegien zu. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts warb Zar Alexander I. erneut um deutsche Ansiedler, die sich an der Wolga sowie im nördlichen Schwarzmeergebiet, vorwiegend um Odessa niederließen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verstärkte sich die antideutsche Stimmung in der 1922 gegründeten Sowjetunion. Im August 1941 deportierten die Machthaber die Russlanddeutschen in Gebiete jenseits des Urals (Sibirien, Kasachstan). Nach dem Zweiten Weltkrieg begann ihre Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise DDR.

Dienstag, den 10. Januar 2016