Forschen und Studieren
Das Bloch-Archiv ist Studienort und Quellenfundus für wissenschaftliches Arbeiten, Forschen und Studieren. Es verfügt mit der umfangreichen Bibliothek und dem Wissenschaftlichen Nachlass von Ernst Bloch über einzigartige Forschungsgrundlagen. Das Ernst-Bloch-Archiv ist vom rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerium als "national wertvolles Archivgut" eingestuft.
Die Schwerpunkte des Bloch-Archivs sind:
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Bloch-Forschung und Rezeption
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Präsenzbibliothek mit zwei PC-Forschungsplätzen
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Wissenschaftlicher Nachlass von Ernst Bloch und Privatnachlass von Ernst und Karola Bloch
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Herausgabe des Bloch-Almanachs (seit 1981) und anderer Publikationen
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Vortragsreihen zu wissenschaftlichen bzw. philosophischen Fragestellungen
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Kooperation mit Hochschulen, wissenschaftlichen Instituten und anderen Bildungseinrichtungen
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Schaffung von Innovationsstipendien

Bibliothek
Die Bibliothek bildet den Grundstock des Ernst-Bloch-Archivs. Sie umfasst insgesamt über 6.000 Medieneinheiten und ist vom Sammlungsumfang und der Erschließungstiefe her gesehen die zentrale Institution für wissenschaftliche Studien zu Ernst Bloch.
Den Kern bilden die Bestände zu Blochs Werk und Leben. Die Bibliothek enthält die seit 1979 systematisch erworbene und auch in Zukunft kontinuierlich ergänzte Primär- sowie Sekundärliteratur. Sie besitzt selbstverständlich alle Erstausgaben der Werke, auch die sehr seltenen; hinzu kommen die Übersetzungen (bisher in 20 Sprachen) und Widmungsexemplare mit handschriftlichen Widmungen Blochs für z. T. berühmte Zeitgenossen, außerdem mehr als 300 Aufsätze, Ansprachen, Interviews usw., die noch unpubliziert sind.
Anhand der internationalen Sekundärliteratur, deren Sammlung auch nicht im Buchhandel erhältliche Titel, etwa Diplom- und Magisterarbeiten, enthält, lässt sich zugleich ablesen, wo die Schwerpunkte der Auseinandersetzung mit Bloch lagen und liegen, sei es nach Themenstellungen, sei es nach Ländern. Die blochsche Philosophie wird in Italien stärker rezipiert als im angelsächsischen Bereich. Theoretiker der Ästhetik und Theologen, Exilliteraturforscher und konservative Kritiker treten für und gegen Bloch auf, es begegnen Habilitationsschriften und Kolloquiumsblätter, Sondernummern von Zeitschriften und Dissertationen, von 1956 bis heute, von Sao Paulo bis Beijing.
Die blochschen Themen wie Utopie und Hoffnung, Aufrechter Gang, Kunst oder Religion werden in das Sammelgebiet einbezogen. In der Bibliothek sind entsprechende Titel vertreten. Ferner sind die wichtigsten Philosophen, auf die sich Bloch bezieht, mit Gesamtausgaben präsent.
Privatnachlass von Ernst und Karola Bloch
Der private Nachlass enthält neben dem Mobiliar, darunter das in der Ausstellung präsentierte Tübinger Arbeitszimmer, und der Privatbibliothek mit 3.600 Bänden vor allem den Briefnachlass, rund 9.000 Briefe von und an Ernst bzw. Karola Bloch. Er ist zu 90% in einer Datenbank für die Benutzung zugänglich. Vor allem die Korrespondenzen der Leipziger Zeit sind von hohem Wert für die Forschung.
Wissenschaftlicher Nachlass
1998 gelang der Ankauf des Wissenschaftlichen Nachlasses und somit die entscheidende Bereicherung des Quellenmaterials im Archiv. Der Nachlass umfasst den gesamten erhaltenen Bestand an Werkmanuskripten von Ernst Bloch, geordnet in 227 Mappen. Er bietet die Originalhandschriften für textkritische Studien, für Textvergleiche oder die Edition bisher unpublizierter Fassungen. Die künftige Forschung wird möglicherweise auch eine Kritische Ausgabe mit einschließen. Der hohe Anteil an Unveröffentlichtem (etwa 40 - 50 %) macht den Nachlass hierfür zur unentbehrlichen Basis.
Der Bestand enthält Material aus dem ganzen Lebenszeitraum des Philosophen. Es stammt meist aus der Spätzeit in Tübingen. Daneben stehen aber auch Manuskripte aus der Leipziger Zeit, aus dem USA-Exil und sogar aus den Zwanziger Jahren, das älteste datiert 1912 („Entwurf der Naturphilosophie“). Es finden sich die unterschiedlichsten Entwicklungsstufen: Notizzettel, Ausarbeitungen bis zu Kapitel-Länge und schließlich komplette maschinenschriftliche Druckvorlagen.
Nach Blochs Tod erfolgte die Ordnung des Nachlasses in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten dreijährigen Erschließungsprojekt (1978 - 1981) durch Hanna Gekle, eine Bloch-Schülerin.
An der Universität Leipzig, mehr noch ab 1961 in Tübingen, ist Ernst Bloch in der Öffentlichkeit präsent, begründet zum einen durch die Vorlesungen, zu denen die handschriftlichen Exposés erhalten sind; zum anderen spiegelt sich auch die ausgedehnte Vortragstätigkeit im Nachlass. Hinzu kommen die Interviews im Hörfunk und Fernsehen; hier gibt es vorbereitende Notizen sowie Abschriften von Sendungen, großenteils mit handschriftlichen Korrekturen im Hinblick auf einen möglichen Druck.
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